Seite wählen

Diese Woche war es wieder so weit. Eines unserer Kinder hatte Geburtstag. Ein Grund zu Feiern! Je mehr Gäste zu so einem Kindergeburtstag erscheinen, desto mehr Geschenke kommen aber auch zusammen. Bei vier Kindern sind das eine Menge Geschenke. Mit ein paar Kniffen bleibt das Kinderzimmer aber trotzdem ein Ort zum Spielen und Wohlfühlen.

Geschenke über Geschenke

Wie in anderen Familien ist es auch bei uns immer über das Jahr verteilt ein großes Thema: Was wünsche ich mir zum Geburtstag (oder auch Weihnachten). Ein Wunsch jagt den nächsten und über das Jahr ändern sich die Wünsche auch immer mal wieder.

Auch als Elternteil habe ich Vorstellungen, was die Kinder „gebrauchen könnten“ oder sehe Dinge, die mir gut gefallen. Leider kommen dazu dann auch noch Verwandte, die den Kindern etwas Gutes tun wollen und sich da austoben ohne mal zu fragen was überhaupt gewünscht wird. Vom Kindergeburtstag rede ich hier jetzt erst gar nicht.

Um dem Ganzen etwas Einhalt zu gebieten kommen hier nun 6 Tipps um den (minimalistischen) Frieden zu wahren.

1. Ideen sammeln aber noch nichts kaufen

Unsere Kinder äußern über das Jahr immer mal wieder Wünsche, welches Spielzeug sie gerne hätten. Schon oft habe ich von Eltern gelesen, die über das Jahr immer mal wieder Dinge kaufen, die ihre Kinder sich wünschen, um diese dann bei der nächsten Gelegenheit an sie zu verschenken. Allerdings ändern unsere Kinder ihre Meinung dazu öfter als andere ihre Unterwäsche und da sind sie nicht die Einzigen. Was letzte Woche noch toll war, kann morgen schon wieder aus dem Rennen sein. Das kann leider auch passieren, wenn der Gegenstand schon auf dem Geburtstagstisch oder unter dem Tannenbaum liegt.

Ich bin daher dazu übergegangen, mir in einer Notiz auf meinem Smartphone die Wünsche meiner Kinder erstmal zu notieren. Dort vermerke ich auch eigene Geschenkideen. In regelmäßigen Abständen frage ich immer mal wieder (mehr oder weniger) unauffällig, woran sie gerade interessiert sind. Dinge die uninteressant werden, werden dann von mir wieder von der Liste gelöscht. Kurz vor dem Geburtstag oder Weihnachten habe ich somit eine Liste mit Geschenkideen und die Wahrscheinlichkeit ein passendes Geschenk zu finden steigt, an dem sie länger Freude haben. Eine Garantie ist das aber leider nicht.

2. Social Media aus, Hirn an

Scrollt man als Elternteil durch die sozialen Medien kommt man an perfekt gestylten Kinderzimmern kaum vorbei. Eins gleicht dem anderen und man findet immer wieder das gleiche Spielzeug in den perfekt abgelichteten Regalen. In regelmäßigen Abständen werden zusätzlich noch Regenbögen, Hasenpuppen oder Hörspielfiguren gehypt. Wenn man dafür etwas empfänglich ist (auch ich bilde hier keine Ausnahme), kommt man schnell auf die fixe Idee, dass man das eine oder andere Utensil unbedingt im Kinderzimmer braucht, obwohl die Kinder nicht mal wissen, das sowas überhaupt existiert. Die Motivation für solche Anschaffungen (meist als Impulskauf) liegt wohl ehr im ewigen Wettstreit unter Müttern und dem Streben nach der perfekten Außenwirkung, statt in der Wunscherfüllung der Kinder.

Ich musste leider die Erfahrungen machen, dass die von mir so angeschafften Utensilien meistens die waren, mit denen meine Kinder am wenigsten spielten. Eben einfach weil sie nie den Wunsch nach diesen Dingen gehabt hatten (die Hörspielfiguren waren bei uns aber schon der Renner bevor sie die sozialen Medien überschwemmt haben). Erwische ich mich also dabei Spielzeug aus den sozialen Medien kaufen zu wollen, notiere ich mir die Ideen auf meiner Liste und schalte erstmal ab. Mit ein bisschen Recherche, Abstand und reichlichen Überlegungen komme ich zu 95 % zu der Erkenntnis, dass das Spielzeug gar nicht zu uns passt und streiche es von der Liste.

 

3. Wunschlisten

Wie schon oben erwähnt, gibt es zu diversen Gelegenheiten auch immer die liebe Verwandtschaft, die den Kindern etwas schenken will. Hier gibt es zum einen den Teil der vorher fragt, was sich die Kinder denn wünschen oder gebrauchen können (was ich sehr schätze). Zum anderen gibt es aber auch den anderen Teil, der der Meinung ist, selbst am besten zu wissen, was die Kinder gebrauchen können. Da wird nicht gefragt und oft gefühlt auch nicht nachgedacht, was ein passendes Geschenk sein könnte, sondern einfach etwas ausgesucht. Fast immer entsprechen die Geschenke dann aber nicht den Wünschen der Kinder geschweige denn unseren Vorstellungen und landen schnell unbespielt in der Ecke. Das ist weder nachhaltig noch sonderlich befriedigend.

Um dem Ganzen vorzubeugen, lohnt sich wieder die Liste (siehe Punkt Nr 1). Fragen Verwandte nach einer Geschenkidee, habe ich so schnell etwas passendes parat. Auch die Verwandten, die gerne einfach etwas kaufen ohne zu fragen, versorge ich rechtzeitig mit Geschenkideen und steigere so die Wahrscheinlichkeit, dass meinen Kindern das Geschenk auch wirklich gefällt. Praktisch ist hier auch die Wunschliste von Amazon. Man erstellt ganz einfach einen Wunschzettel und teil diesen mit Hilfe eines Links mit den Gästen. Werden die Artikel bestellt, verschwinden sie von der Liste damit sie nicht doppelt gekauft werden. Das funktioniert übrigens auch wunderbar als Wunschzettel für Babygeschenke zur Geburt oder als Wunschliste für die Geschenke zur Hochzeit*! Außerdem ist es eine echte Alternative zur Geburtstagskiste im Spielwarenladen, falls die Gäste nicht alle in der Umgebung wohnen.

 

4. Mit anderen zusammen schenken

Eine andere Möglichkeit ist mit anderen ein etwas größeres Geschenk zusammen zu schenken. Fallen die Wünsche der Kinder etwas größer aus, ist es immer lohnenswert sich mit anderen finanziell zusammen zu tun. So kann das Geschenk ermöglicht werden und man vermeidet zu viele neue Geschenke von anderen, die dann wieder das Kinderzimmer im Chaos versinken lassen. 

 

5. Qualität vor Quantität

Auch beim Thema Geschenke gilt der Grundsatz Qualität vor Quantität. Viele Menschen sind der Meinung, dass Kinder vor allem darauf aus sind, möglichst viele Geschenke zu bekommen. Auch meine Eltern haben das vor allem an Weihnachten so gehandhabt. Das sah unter dem Weihnachtsbaum zwar imposant aus, war aber unnötig. Viele Geschenke sind absolut nicht minimalistisch und oftmals leidet darunter auch die Qualität der einzelnen Geschenke, da hier dann pro Geschenk weniger Geld investiert wird. Enttäuschungen sind so quasi vorprogrammiert.

Unser Sohn hatte sich vor ein paar Jahren mal ein Parkhaus für seine Autos gewünscht. Da der Opa oft lieber viel statt hochwertig kauft, war das Parkhaus das er unserem Sohn schenkte nicht besonders stabil. Es kam also wie es kommen musste und das Parkhaus war nach wenigen Malen spielen bereits kaputt. Eine Verschwendung von Geld, Ressourcen und Zeit. So enttäuscht hab ich unseren Sohn selten gesehen. Der Opa hätte wohl besser daran getan ihm nur ein Parkhaus zu schenken. Aber ein stabiles aus Holz, ordentlich verbaut und schön anzusehen. Damit würde er sicherlich heute immer noch spielen und auch sein kleiner Bruder hätte noch Spaß daran.

 

6. Zeit statt Dinge

Wann immer es uns möglich ist (seit wir Kinder im schulpflichtigem Alter haben ist das leider nicht mehr so einfach), verschenken wir zum Geburtstag Erlebnisse. Das Geschenk an sich halten wir recht klein, dafür sind wir am Geburtstag aber im Urlaub oder machen einen Ausflug. Die Kinder schwärmen z.B. heute noch davon, dass sie ihren Geburtstag in Disneyland gefeiert haben. Was sie zu diesem Geburtstag jedoch geschenkt bekommen haben, ist bereits in Vergessenheit geraten.

Selbst im Erwachsenenalter verhält sich das noch so. Wir haben nur standesamtlich geheiratet und haben bis auf den Sektempfang danach auf eine Hochzeitsfeier verzichtet. Statt dessen waren wir auf Hochzeitsreise und daran erinnern wir uns heute noch gerne.

Sicher muss es nicht der Urlaub sein aber geschenkte gemeinsame Zeit ist immer eine bessere Idee als irgendein Spielzeug! Ganz egal ob Eintrittskarten für den Zoo, das Kino oder die Eisbahn. Gutscheine für einen gemeinsamen Besuch im Schwimmbad oder der Eisdiele. Oder der so lange gewünschte Reitkurs lassen Kinderaugen strahlen und Geschenke zu einer schönen Erinnerung werden! Den Blogbeitrag warum sich z.B. ein Besuch im Palmengarten lohnt findet ihr hier.

Unsere Tochter hat dieses Jahr zum Geburtstag einen Gutschein von einer ihrer Tanten bekommen. Die beiden haben einen Mädelstag gemacht. Sie waren Im Einkaufszentrum, haben dort zu Mittag gegessen, ein bisschen geshoppt, einen „Kaffee“ getrunken und waren danach noch bei ihrer Tante zu Hause und haben sich dort die Nägel lackiert und Brettspiele gespielt. Alleine die Vorfreude war bei unserer Tochter schon riesengroß, sie hat die Tage gezählt bis es endlich los geht, am Tag vorher schon ihr Outfit zurecht gelegt und sich chic gemacht. Der Tag war für sie unglaublich bereichernd und sie war richtig glücklich. Das hätte kein materielles Geschenk so geschafft!

Zeit ist eben nicht umsonst unser wertvollstes Gut und wenn man älter ist, erinnert man sich vor allem an die Dinge, die man erlebt hat statt an die, die man besessen hat.

Bildquellen

  • soraya-irving-AGtksbL8z2c-unsplash: Unsplash.com sorarya irving