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Wie alles begann:

Vor ein paar Jahren neigte auch ich, wie viele andere Mütter, dazu mir die toll designten Wohnungen und allen voran Kinderzimmer auf Pinterest oder Instagram anzuschauen und ins schwärmen zu geraten. Schaute ich mich dann in unserer eigenen Wohnung um war ich ratlos. Wie um alles in der Welt schafften diese Leute es, dass es in diesen Zimmern, in den sozialen Netzwerken, nur immer so toll und aufgeräumt aussah und hier ehr so als hätte eine Bombe eingeschlagen? Wann hatten diese Mütter überhaupt Zeit solche Bilder zu machen? Ich war ehr damit beschäftigt den ganzen Tag hinter allen Familienmitgliedern herzuräumen. War das eine Zimmer fertig hatten die Kinder in einem anderen Zimmer schon wieder ein heilloses Chaos angerichtet. Ging es den Müttern, die diese Bilder ins Internet stellten auch so und diese Fotos waren nur eine Momentaufnahme bevor auch da das Chaos wieder losbrach? Hatten sie alle Angestellte die den ganzen Tag nur aufräumten? Unwahrscheinlich. Wo lag das Geheimnis? 

Das Wunder hatte einen Namen

Während ich so durch die sozialen Medien scrollte, auf der Suche nach dem heiligen Gral der Ordnung und Zufriedenheit, fielen mir immer wieder Bilder auf, die mit den Unterschriften „Minimalismus“ und „Decluttering“ versehen waren. Diese Bilder von ordentlichen Häusern und schön designten Einrichtungen machten mich neugierig.

Minimalsimus das bedeutet, möglichst wenige Dinge zu besitzen. Nicht weil man sie sich nicht leisten kann (das macht auf Dauer unglücklich) sondern einfach, weil es einen nicht glücklicher macht immer mehr materielle Dinge anzuhäufen. Ganz im Gegenteil, es raubt Zeit, Platz und Energie, vom Geld ganz zu schweigen. Da verstauben nie getragene Kleidungsstücke  im Schrank weil sie vielleicht irgendwann passen, wenn man 10 kg abgenommen hat. Das Cocktailkleid, das man nur ein mal getragen hat, wartet auf die nächste Hochzeit. Die letzten drei Handys vergammeln im Schrank, nicht weil sie nicht funktionieren, sondern weil man sie gegen Neue eingetauscht und dann vergessen hat. Falls die eine Blumenvase mal kaputt geht dann hat man noch drei andere im Schrank für die vier Gelegenheiten im Jahr und die Kinder haben 37 Bücher, 6 Plüschschweine und 13 Sets Playmobil.

Das Ganze ist viel ehr eine Beschäftigungstherapie, weil man den ganzen Kram auch immer wieder aufräumen und hin und her organisieren muss, statt einer echten Bereicherung. Außerdem kostet es eine Menge Geld, denn man braucht eine große Wohnung oder sogar ein ganzes Haus um den ganzen Krempel unter zu bringen, von den Anschaffungskosten mal ganz zu schweigen.

Gerümpel stresst auch Kinder

Meine Kinder (und da unterscheiden sie sich nicht groß von anderen) streiten sich dazu noch um jeden Krempel. Die Große hatte damals zu ihrem 3. Geburtstag eine Puppe geschenkt bekommen mit der die Kleine natürlich auch des öfteren spielen wollte. Folglich dachten wir uns, es wäre das einfachste diese Puppe ein zweites Mal anzuschaffen. Damit waren wir jedoch auf dem Holzweg. Denn statt friedlich zu spielen, stritten sie sich nun um die neue Puppe. Ihnen eine Puppe mehr zur Verfügung zu stellen, war also keine gute Idee was leider auch für andere Gegenstände wie zb Bücher galt. Täglich wurden alle Bücher aus dem Schrank herausgerissen auf der Suche nach dem einen Lieblingsbuch. Die anderen wurden von mir dann wieder fein säuberlich in den Schrank geräumt wo sie darauf warten irgendwann mal gelesen zu werden.

Die Erkenntnis

Da musste ich an unseren letzten Urlaub zurückdenken. Wir hatten kaum Spielzeug dabei und sie hatten doch noch nie so friedlich und kreativ miteinander gespielt wie in dieser Zeit. Es gab kaum etwas, das aufgeräumt werden musste in unserem Ferienhaus weil das Haus nur mit dem Nötigsten ausgestattet war (wer braucht schon 3 verschiedene Vasen im Ferienhaus) Wir hatten endlich mal Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Keiner hatte etwas vermisst.

Mit dieser Erkenntnis schaute ich mir die ganzen tollen Bilder nochmal an und was sah ich? Fast nichts! Diese Zimmer waren deswegen so wunderschön weil sie nicht so vollgestellt waren. Dass das nicht an finanzieller Not lag, ließ die Qualität der Einrichtung erahnen. Diese Leute setzten auf Qualität statt auf Quantität.

Wie viel Zeit, Nerven und Geld wir damit sparen könnten ließ sich damals nur erahnen. Über die Jahre hatten wir immer wieder ausgemistet und waren eigentlich der Meinung schon sehr gut dabei zu sein. Wenn ich mir aber meinen Tagesablauf ansah, musste ich mir selbst eingestehen, dass das nicht der Fall war. Mein Mann musste da glücklicherweise nicht groß überzeugt werden. Wenn er auch erst vor meinen großen Plänen etwas zurückschreckte so kam er doch nach ein paar Tagen zu mir und meinte dass er nachgedacht hatte und der Meinung war, dass wir das ganze in die Tat umsetzten sollten.

Die neuen Regeln

Die Regeln für die nächste Zeit lauten demnach: Von jedem Teil nur ein Exemplar (1 Vase keine 4). Nur Dinge behalten die uns glücklich machten wenn wir sie sahen oder die wir wirklich ständig benutzten. Kaputte Dinge entweder direkt entsorgen oder reparieren. Qualität statt Quantität. Für jedes Teil das angeschafft wurde mussten 2 gehen.

Weniger Dinge für stärkere Nerven, für mehr Platz und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Wie sagt eine deutsche Popband so schön: „..denn reist sich besser mit leichtem Gepäck!“

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Bildquellen

  • minh-pham-7pCFUybP_P8-unsplash: https://unsplash.com/photos/7pCFUybP_P8