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Wie auch in den anderen Bereichen unseres Lebens halten wir es auch im Bezug auf Pflegeprodukte und Make Up eher minimalistisch. Das gilt sowohl für die Menge als auch insbesondere für die Inhaltsstoffe. Was es dort zu beachten gibt und welche Produkte sich in unserem Bad befinden, zeige ich euch hier: 

Aluminium im Deo

Beschäftigt man sich mit Minimalismus und setzt es Schritt für Schritt um, beginnt man auch irgendwann damit sich zu fragen, was man sich eigentlich tagtäglich so auf die Haut schmiert. Bevor ich mich mit Inhaltsstoffen beschäftigte, habe ich wie die meisten Menschen einfach Pflegeprodukte gekauft, weil sie so gut dufteten, so eine schöne Verpackung hatten, die Werbung mich ansprach oder mir die Farbe schlicht und einfach gefiel. Dann häuften sich die Berichte, dass Aluminium im Deo vielleicht nicht ganz so unbedenklich ist, wie man dachte. Also begann ich mich mit dem Thema zu beschäftigen und probierte verschiedene Deoalternativen aus. Dabei blieb es aber erstmal. 

Auf der Suche nach dem grünen Ring

Bis eines Abends mein Blick auf meinen Primer in meiner Kosmetiktasche fiel und mir bei den Inhaltsstoffen auf einmal das Wort Aluminium ins Auge sprang. Ich war völlig verdutzt. Wie konnte es denn sein, dass ich bei meinem Deo zwar auf Aluminium verzichtete, es mir aber tagtäglich ins Gesicht schmierte? Das konnte doch nicht gesund sein??!!

Ich fing an zu recherchieren und stolperte so über die Seite Codecheck. (In meinem Blogbeitrag Das minimalistische Badezimmer habe ich bereits über CodeCheck und ToxFox geschrieben.) Hier kann man das entsprechende Produkt anhand seines Barcodes scannen und erhält dann eine Auflistung aller Inhaltsstoffe inklusive Bewertung. Mit Hilfe eines farbigen Rings erhält man einen schnellen Überblick, wie bedenklich (rot) oder unbedenklich (grün) das Produkt ist.

Ich scannte all meine Pflegeprodukte und mein Make Up durch und das Ergebnis war ernüchternd. Mein komplettes Make Up war bis auf einen Kajal durchgefallen. Laut Bewertung enthielt alles Inhaltsstoffe, die entweder hormonell wirksam oder krebserregend waren oder zumindest in Verdacht standen krebserregend zu sein. Außerdem enthielten sie Stoffe wie Mikroplastik, was einen verheerenden Einfluss auf die Umwelt hat oder Palmöl für dessen Gewinnung immer mehr Regenwald abgeholzt wird. Wir sprechen hier übrigens über teure Markenprodukte! Die Annahme etwas qualitativ hochwertiges zu kaufen, hat mit der Höhe des Preises nicht viel zu tun! Meine Körperpflegeprodukte ereilte das gleiche Schicksal. 

Wenn Natur drauf steht ist auch Natur drin – oder?

Am nächsten Tag stand ich mit meinem Smartphone in der Drogerie und sah mich um. So viele Produkte mit der Aufschrift Natur, Vegan, natürliche Inhaltsstoffe oder Bio strahlten mich an und ich hatte das Gefühl, dass die Umstellung auf Naturkosmetik leicht von der Hand gehen sollte. Damit lag ich allerdings mehr als daneben.  Nach und nach scannte ich die Flaschen und Packungen ab und war frustriert. Nur weil Natur drauf stand, war noch lange nicht (nur) Natur drin. Es war absolut frustrierend und ich fluchte nicht nur einmal leise vor mich hin, weil sich die Suche nach einem unbedenklichen Produkt schwieriger gestaltete als gedacht. Da war doch mehr Recherche nötig, als ich angenommen hatte.

Über die Zeit wurde es immer einfacher. Das ganze ist schon ein paar Jahre her und es hat sich in diese Richtung viel getan. Viele Hersteller haben verstanden, dass die Kunden immer mehr darauf achten, welche Inhaltsstoffe sich in ihren Produkten befinden, andere wiederum sind trotzdem einfach unbelehrbar. 

Schritt für Schritt

Entscheidet man sich dafür, komplett auf Naturkosmetik umzusteigen, fängt man definitiv wieder von vorne an. Man muss sich wohl oder übel durchprobieren, welches Make Up in Frage kommt, welches Shampoo das eigene Haar am besten verträgt und welches Deo zuverlässig Geruch verhindert. Rezensionen bieten da eine gute Hilfestellung. Ich klicke mich gerne durch Bewertungen, lese Blogbeiträge oder schaue mir Videos an, um mich über neue Produkte zu informieren. Auch in den sozialen Medien gibt es viele interessante und hilfreiche Accounts, die den Einstieg erleichtern. Am leichtest findet man diese über die Hashtagsuche.

Möchte ich etwas Neues kaufen, prüfe ich immer zuerst die Inhaltsstoffe. Wenn die Bewertung der Inhaltsstoffe nicht gut ausfällt, ist es sofort aus dem Rennen. Das ist manchmal ganz schön frustrierend, auch heute noch, und ich habe schon mehr als einmal meinem Unmut Luft gemacht, weil ich einfach nicht nachvollziehen kann, warum man so viel Mist in einen Conditioner packen muss.

Unsere Top 5

Wir haben über die letzten Jahre viel ausprobiert und mittlerweile unsere Lieblingsprodukte etabliert, die wir immer wieder nachkaufen. Hier eine kleine Übersicht:

Gesichtspflege

Bei meiner Gesichtspflege bin ich seit Jahren sehr zufrieden mit den Produkten von Bio Vegane Skinfood*. Die Marke ist vegan, biozertifiziert, frei von Tierversuchen und bietet verschiedene Pflegelinien für unterschiedliche Hauttypen an, die sich aber auch gut untereinander kombinieren lassen. Meine Mischhaut ist sehr sensibel, daher mische ich die Acai Serie mit der Serie aus grünem Tee. Die Kombination bekommt meiner Haut sehr gut und begleitet mich schon seit ein paar Jahren. Die Hersteller haben aber auch Serien für reife oder trockene Haut. 

Shampoo und Dusche

Da wir versuchen möglichst oft auf Plastik zu verzichten, sind wir mittlerweile auf Shampoo- und Seifenstücke umgestiegen. Mein Mann und ich benutzen da übrigens einfach die gleichen Produkte, das reduziert nochmal die Flut an Utensilien im Badezimmer. Festes Shampoo ist nicht viel anders als das Shampoo in der Flasche, es enthält einfach nur sehr viel weniger Wasser und kommt daher in Seifenform verpackt in einen dünnem Karton daher. Man feuchtet die Haare ganz normal unter der Dusche an und streicht dann am besten mit dem Shampoostück über die Haare. Danach schäumt man das ganze dann schön mit den Fingern im Haar auf und spült es anschließend ganz normal aus. Dass die Haare danach leicht quietschen ist normal.

Wir benutzen das feste Shampoo von N.A.E..* Hierbei handelt es sich um eine zertifizierte vegane Naturkosmetik aus Italien. Ein Stück Shampoo ersetzt hierbei mindestens 2 Flaschen herkömmliches Shampoo (kann je nach Häufigkeit und Haarlänge variieren). Ich nutze danach noch den festen Conditioner von Alverde (gibts bei DM). Dadurch quietschen meine Haare nicht mehr, sondern sind total weich und glänzend und lassen sich leicht kämmen. Glücklicherweise werden die Haare dadurch weder beschwert noch schneller fettig, was bei meinen ohnehin schnell fettenden Haaren sehr positiv ist. 

Für den restlichen Körper benutzen wir die N.A.E. Körperseife*. Das quietschende Gefühl danach ist auch hier Programm, stört aber nicht. 

 Wer gerne mal ein Peeling macht, dem kann ich den Dusch-Fluff empfehlen. Die Haut wird ganz zart und das Eincremen kann man danach getrost vergessen. 

Auf diese Weise besteht die komplette Duschausrüstung aus 3 Stücken Seife (und bei Bedarf aus einem kleinen Töpfchen Peeling), was eine Menge Geld, Platz und Plastik spart! 

Die perfekte Aufbewahrung für die Seifenstücke sind übrigens Seifensäckchen aus Sisal*. Darin kann die Seife luftig trocknen und darüber hinaus kann man kleine Seifenstücke, die einem sonst ständig aus der Hand flutschen würden, perfekt darin aufschäumen und so restlos aufbrauchen! 

Solltet ihr doch eher Fans von flüssigem Shampoo und Conditioner sein, kann ich euch die Produkte von John Masters Organics* empfehlen. Sie reinigen und pflegen die Haare unglaublich gut, sind aber leider alle in Plastik verpackt.  

Make Up 

Auch in Sachen Make Up gibt es viele gute Alternativen. Selbst in der Drogerie findet man mittlerweile eine tolle Auswahl. Ich habe mich damals für Mineral Make Up entschieden. Dieses Puder besteht nur aus Farbpigmenten aus Mineralien, weniger Inhaltsstoffe gehen nicht. Für jede Hautfarbe gibt es den passenden Ton und je nach gewünschter Deckkraft trägt man entsprechend viele Schichten auf. Ich nutze das Puder sogar als Concealer, indem ich zunächst die abzudeckenden Stellen mit einem kleinen Pinsel gezielt bedecke, dann gehe ich mit dem großen Puderpinsel über den Rest meines Gesichtes. Zum Schluss noch Rouge und Augenbrauenpuder. Etwas Mascara und fertig ist das Make Up. Das Ergebnis ist super natürlich. Ich brauche nicht mehr als 3 Puderdöschen (Make Up, Rouge, Augenbrauenpuder), Pinsel und eine Mascara. Auch das spart wieder Zeit, Platz und Geld. Ich schwöre hier seit Jahren auf Bellapierre* und mixe ab und an mit bare Minerals*.

Deo

Ein wohlriechendes Deo zu finden, das kein Aluminium enthält ist heutzutage nicht mehr so schwer. Eins zu finden was auch ohne Aluminium zuverlässig Geruch verhindert hingegen schon. Leider muss man sich da durchprobieren, die Lösung für alle gibt es da einfach nicht. Wir nutzen seit Jahren die Deos im Zerstäuber von CD*. Die Zerstäuber bestehen aus Glas und sparen so eine Menge Plastik ein. Sollte ich mal mehr Schutz brauchen z.B. beim Sport, dann trage ich zusätzlich noch etwas Kaiser Natron* auf. Natron kennen die meisten wohl eher zum Backen. Man bekommt es entweder im Internet, in der Drogerie oder im Backregal im Supermarkt und es kostet nur wenige Cent. Nachdem ich das Deo aufgesprüht habe, trage ich einfach mit den Fingern noch etwas Natron auf. So ist selbst der schweißtreibendste Sport kein Problem ganz ohne Aluminium. 

Bildquellen

  • the-creative-exchange-dMBexrGJnlo-unsplash: Unsplash.com